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Victoria zum siebten Mal Weltpokalsieger – Titel verteidigt

Das erfolgreiche und glückliche Bamberger Team nach der Übergabe der Medaillen und des Pokals für den Erstplatzierten; hinten von links: Betreuer Harald Grätzsch, Beata Wlodarczyk, Daniela Kicker, Ioana Antal, Ines Maricic, Carolin Eigler; vorne von links: Alina Dollheimer, Sina Beißer, Melissa Stark und Corinna Kastner. Foto: Sport Print Zander

Die Damen des SKC Victoria Bamberg haben in Blansko/ Tschechien zum siebten Mal den Weltpokalsieg errungen. Gegen den Mitfavoriten von Slovan Rosice (CZE) gelang im Finale ein 6:2 bei 3521:3393-Kegeln auch eine deutliche Differenz. Auch die 14:10-Satzpunkte waren in erster Linie dem Abräumen zu verdanken, denn in diesem Bereich hatte der Titelverteidiger 128 Kegel mehr.

In der Qualifikation stellte zuvor Victoria schnell die Weichen für das Halbfinale. Beste Bambergerin der Tage von Blansko war Dany Kicker mit 625 Kegeln, die zusammen mit den Ergebnissen von Sina Beißer (604) und Beata Wlodarczyk mit exakt 600 den Grundstein nach drei Starterinnen bildeten. Als Schlussspielerin legte Ines Maricic noch 615 dazu, die mit 553 von Corinna Kastner und 562 von Ioana Antal zu insgesamt 3559 ergänzt wurden. Der BBSV Wien (3501), Slovan Rosice (3437) und KK Zagreb aus Kroatien (3335) folgten.

Halbfinale
Victoria Bamberg – KK Zagreb 7:1 (15:9; 3383:3303)
Im Halbfinale waren die Victorianerinnen auf einmal nicht wiederzuerkennen, denn offensichtlich glaubten sie an einen leichten Sieg, zu deutlich war die Differenz (224) zu Zagreb in der Qualifikation. Alle drei Starterinnen (Kicker, Kastner und Beißer) hatten mächtig zu tun, um nach der ersten Runde mit 2:1 in Führung zu gehen. Lediglich 44 Kegel betrug der Vorsprung. Alina Dollheimer (587) als beste Bambergerin des Tages und Ines Maricic (578) nach 2:2 nur mit der besseren Gesamtkegelzahl sicherten die nächsten Duelle. Daneben kämpfte im Schlusssatz auch Ioana Antal die Kroatin Loncarevic mit 3:1/564:543 nieder, sodass am Ende ein optisch klarer 7:1-Erfolg heraussprang. Das Ergebnis von 3383 Kegeln (+80) war jedoch keine Offenbarung.
Daniela Kicker: "Wir sind ganz schlecht aus den Startlöchern gekommen  taten uns alle drei ungewohnt schwer. Immer wieder Bahnunterbrechungen machten die Situation nicht einfacher. Das 2:1 und plus 40 Kegel waren trotzdem ein beruhigendes Polster für die Schlussgruppe!  Sie kam auf den ersten 30 Wurf ordentlich unter die Räder. Die Zagreber Damen spielten frei auf und wir mit angezogener Handbremse. Bis zu den letzten 30 Wurf war alles möglich! Dann jedoch drehte unsere Schlussgruppe das Spiel eindeutig zu unseren Gunsten! Fazit: Glück gehabt – und morgen eine bessere Vorstellung abliefern!"

Eine Steigerung war also dringend erforderlich, um gegen den unweit von Blansko beheimateten Slovan zu bestehen. Die Startachse war mit Dany Kicker, Beata Wlodarczyk und Sina Beißer besetzt. Rosice hielt vom Start weg dagegen und brachte das Trio ins Schwitzen. Kicker und Wlodarczyk gerieten sofort in Rückstand, aber Sina Beißer hielt den Rückstand (gesamt -4) in Grenzen. Wlodarczyk lag dann sogar 0:2 (-26) zurück, Kicker aber schrieb fünf Kegel und holte auch den dritten Satz. Mit 137 und 577 schloss sie ab und hatte damit ein 2:2 und zehn Kegel mehr als Topicova. Beißer (594) hatte Vaverkova (575) auch im dritten Satz im Griff und baute ihre Führung auf 3:0 und 27 Kegel mehr aus, bevor sie im letzten Satz mit 153:161 unterlag. Das Duell und schließlich 19 Kegel mehr aber waren  gesichert. Bei Wlodarczyk erwachte der Kampfgeist, und so waren 158 in Satz drei die Wende im Duell gegen Tatouskova. Sie nutzte auch einen totalen Einbruch der Tschechin (115) mit 142 glänzend aus, kam damit noch zum 2:2 und mit 566:547 waren es 19 Kegel mehr, was eine unerwartete 3:0-Führung und insgesamt einen Vorsprung von 48 Zählern ergab.
Nach den ersten beiden Bahnen der finalen Paarungen hatten Dollheimer und Antal, die gegen ihre ehemalige Klubkameradin Nadja Dobesova (168 und 162) spielte, bereits 50 Kegel verloren, doch Maricic hielt Victoria mit 20 Kegeln in Front. Im dritten Satz aber wendete sich das Blatt und alle drei punkteten für ihr Team. Maricic erzielte 178:112, Dollheimer 155:144 und Antal 162:130. Die Führung wuchs auf 129 Kegel an. Dollheimer mühte sich redlich, konnte aber Kantnerova nicht ganz folgen und gab nach einer guten Vorstellung mit  1:3 und 573:585 das Duell ab. Antal schaffte nach guter kampfstarker Aufholjagd im letzten Satz 142:134, was aber um fünf Kegel beim 589:594 gegen Dobesova nicht reichte. Auf den ersten beiden Bahnen hatte ihre frühere Spielgefährtin mit 330 zu viel vorgelegt. Daneben legte Maricic noch 147 Kegel dazu und war mit 622 Kegel beste Spielerin des Finaltages. 4:0-Sätze und ein überragendes Abräumen (236) bedeuteten den vierten Duellsieg für Bamberg. So stand am Ende ein klares 6:2 bei 14:10-Sätzen auf dem Totalisator und die Titelverteidigung mit Bravour gelungen.

Markus Habermeyer
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