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Länderspiele gegen Serbien und Tschechien am 22. April 2017

Deutsche Teams zeigten sich auswärts gut gerüstet für die Heim-WM im Mai in Dettenheim

Beide Delegationen in Apatin zu den Länderspielen Serbien – Deutschland.

Am Wochenende reisten die deutschen Nationalspieler der Damen und Herren zum Länderspiel ins serbische Apatin. Im Mittelpunkt stand das Kräftemessen mit einer der besten Mannschaften der Welt, um den endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft im Mai in Dettenheim zu finden. Bei den Männern musste sich die Truppe von Kapitän Timo Hoffmann mit niemand geringerem als dem amtierenden Weltmeister und dem derzeit besten Kegler Vilmos Zavarko messen. Auch die Frauen hatten mit der jungen serbischen Mannschaft einen echten Gradmesser zu bezwingen.

Dementsprechend richtungsweisend waren die Partien für Cheftrainer Günther Doleschel. „Auf der einen Seite nutzen wir die Spiele zur Nominierung der Kader. Auf der anderen Seite wollen wir uns bestmöglich auf die Heim-WM vorbereiten. Dabei wollen wir den Sportlern alles abverlangen", erläuterte Doleschel die Absichten in Apatin.

Damen

Serbien – Deutschland 2:6 (10,5:13,5; 3478:3534)

Am Start zeigte sich Sissy Schneider (Foto rechts) in WM-Form und holte mit 616 Kegeln ein schönes Gesamtpolster am Start heraus. Corinna Kastner gewann zwar ihr Duell gegen Zorica Barac, machte es sich aber in der zweiten Wurfhälfte nach 2:0-Führung selbst selbst schwer.

Alina Dollheimer bot der besten Serbin Maja Dukic (621 Kegel) einen klasse Auftakt (163:171), konnte anschließend daran aber nicht mehr anknüpfen. Erst als beim 0:3 alle Messen gesiungen waren, konnte sie sich noch einen Satz im Finalsatz holen. Gar nicht in ihr Spiel kam Anna Müller, die sich mühsam zwar zu immer mehr Kegel in den Sätzen kämpfte, insgesamt aber blaß blieb.

Von ihrer besten Seite präsentierte sich im Schlussdurchgang die Partiebeste Saskia Barth (Foto links), die frühzeitig keinen Zweifel am Sieg der deutschen Damen ließ und am Ende auf 622 Kegel kam. Saskia Seitz begann stark, verlor aber in der zweiten Hälfte den Faden und zeigte sich unzufrieden, obwohl sie am Ende einen knappen Sieg einfuhr.


Herren

Serbien – Deutschland 5:3 (10:14; 3764:3723)

Am Start spielte Torsten Reiser (Foto links) mit 643 das beste Ergebnis im deutschen Team mit 643 Kegeln und sorgte gegen Robert Ernjesi für das zwischenzeitliche 1:1. Mathias Weber war gegen Congor Baranj lange dran und führte vor dem letzten Satz 2:1, war dann aber mit 155:176 machtlos gegen die exzellente Bahn des Serben.

In der Mitte konnte Daniel Schmid nur auf zwei Bahnen zur gewohnten Performance auflaufen, verlor das Duell gegen Daniel Tepsa aber ähnlich wie Mathias Weber nach 2:1-Führung noch auf der letzten Bahn (126:150). Fabian Seitz kämpfte zunächst mit seinen Nerven, brachte aber mit 340 Kegeln auf der 2. Hälfte noch einmal nachhaltig zur Erinnerung, wozu der Zerbster in der Lage ist.

Vor dem Finaldurchgang war aber alles offen. Bis in den letzten Satz hinein konnte die deutsche Mannschaft auf ein Unentschieden oder gar den Sieg hoffen, doch dann machte einmal mehr Vilmos Zavarko – mit 664 Kegeln Partiebester – den Unterschied aus. Tom Schneider hätte im letzten Satz noch einmal eine 175 wie im Satz zuvor (mit 121 Vollen) gebraucht, so wurden es nur 138. Diese Bahn und die 126 sowie 129 von Daniel Schmid und Fabian Seitz waren die einzigen kurzen Hänger im Team, die aber gegen den Weltmeister die entscheidenden Kegel im Gesamt kosteten. Es war dennoch eine tolle Mannschaftsleistung, die dazu führte, dass der Weltmeister im eigenen Hause ziemlich ins Schwitzen kam.

Am Nachmittag fanden auf gleicher Anlage weitere inoffizielle Testspiele statt. Die deutschen Frauen behielten nach zwischenzeitlichem Rückstand erneut mit 5:3 bei 3531:3450-Kegeln die Oberhand. Das Bestergebnis erzielte nach ausgeglichenem Spiel Corinna Kastner mit 607 Kegeln. Beste Spielerin bei den Hausherrinnen war Kristina Ljubenkovic mit 609 Kegeln. „Zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung bin ich mit dem Stand zufrieden, vor allem mit Blick auf die Leistungen zuletzt in Straubing", fasste Nationaltrainerin Sandra Hirsch das Wochenende zusammen.
Die Herren wollten die Niederlage nicht auf sich sitzen lassen. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung bezwangen sie den Weltmeister nach durchweg spannenden und oft äußerst knappen Duellen. Diesmal überzeugten insbesondere Fabian Seitz (667), Mathias Weber (670) und Timo Hoffmann (674). Am Ende sprang mit 5:3 und sehr guten 3873:3874-Kegeln ein verdienter Sieg heraus. Bester Gastgeber war erneut Vilmos Zavarko mit 672 Kegeln vor Daniel Tepsa (665) und Congor Baranj (663). „Wir haben gezeigt, dass wir mit dem besten Team mithalten können. Selbst dann, wenn Serbien selbst sehr gut kegelt. Damit können wir selbstbewusst in die weitere WM-Vorbereitung gehen", erklärt der Herren-Co-Trainer Martin Herold zufrieden.
Die Herren bestreiten am kommenden Wochenende die unmittelbare WM-Vorbereitung in der Sportschule Rabenberg in Sachsen. Die Frauen starten eine Woche später in Liedolsheim mit dem Feinschliff.
Nach dem Wochenende in Serbien zog Günther Doleschel daher eine positive Bilanz: „Wir sind auf einem guten Weg, haben natürlich noch Arbeit vor uns und wollen uns in den kommenden Wochen das letzte Rüstzeug für die WM aneignen. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei unseren serbischen Freunden für die herzliche Aufnahme und gute Organisation bedanken", berichtete der deutsche Cheftrainer nach dem langen Wochenende.

U18 weiblich

Tschechien – Deutschland 2400:2466

Sara-Helen Wahrn war so unglücklich in Straubing nach ihrer dritten Bahn (107) und der Auswechslung gegen Bianca Zimmermann - aber in Dobrany explodierte sie förmlich auf der ersten Bahn mit 174 Kegeln und konnte sich am Ende über 613 Kegel freuen. Ann-Katrin Walz steigerte bei ihrem zweiten 600er ihrer Karriere ihre erst in Straubing aufgestellte persönliche Bestleistung um 13 auf 617 Kegel. Mit Samantha Jones (611 Kegel) und Bianca Zimmermann als der Partiebesten mit 625 Kegeln (davon 342 auf den ersten 60 Wurf) übertrafen vier Mädchen die 600er-Marke zum 2466:2400-Sieg gegen die tschechischen Gastgeber im "offiziellen" Teil dieses reizvollen Vergleichs.

U18 männlch

Tschechien – Deutschland 2407:2497

Seine überragende Form stellte Daniel Barth gleich zum Start unter Beweis und erzielte mit 627 Kegeln ein herausragendes Ergebnis. Ganz starker Auftritt auch von Lukas Funk, der mit 627 Kegeln den Tagesbestwert von Daniel Barth einstellt. Starkes Erfolgserlebnis für die Gastgeber – Ondrej Matala schraubt den Partiebstwert auf 641 Kegel. Mit 638 Kegeln erzielt Tim Brachtel das beste deutsche Ergebnis und mit 612 schraubt auch Simon Axthelm das "offizielle" deutsche Endergebnis noch einmal deutlich in die Höhe. Die deutsche U18 gewinnt 2497:2407 gegen Tschechien – alle vier in die Wertung kommenden Jungen übertrafen die 600er-Marke.

Anschließend fielen die Entscheidungen, wer zur Nominierung für die WM vorgeschlagen wird:

U18 männlich
Daniel Barth (ESV Lok Rudolstadt), Tim Brachtel (TSV Denkendorf), Lucas Dietze (KSV Freital), Lukas Funk (ESV Aulendorf), Johannes Leserer (SKC Töging) und Moritz Walz (SKG Singen).
Betreut wird das Sextett in Dettenheim von U18-Nationaltrainer Werner Buchs und U18-Co-Nationaltrainer Jan Koschinsky.

U18 weiblich
Samantha Jones (SKV Brackenheim), Veronique Lanzke (ESV Lok Elsterwerda), Jule Schiemann (HKSV Blau-Weiß Lauterbach), Ann-Katrin Walz (SKG Singen), Sara-Helen Wehrn (KSV Bennewitz) und Bianca Zimmermann (KSC Önsbach).
Betreut wird das Sextett in Dettenheim von U18-Nationaltrainerin Margit Welker und U18-Co-Nationaltrainerin Anke Ruhl.
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